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Südtiroler Wirtschaftszeitung (Italy)

  • May 9, 2019
  • 3 min read

Ich schieß dich auf den Mond!


„Ich würde ihn/sie am liebsten auf den Mond schießen!“ Dieser Satz könnte bald seine Eindeutigkeit verlieren. Er könnte nämlich zum Vorboten eines Heiratsantrags werden.


Es ist Frühling, es ist die Hochsaison der Hochzeiten. Bei jeder Hochzeit kommt im Laufe der Feier zur Sprache, wie und wo der Heiratsantrag erfolgt ist – mal ganz banal zu Hause, mal bei einem schönen Abendessen im Lieblingsrestaurant, mal abenteuerlich beim gemeinsamen Urlaub an einem besonderen Plätzchen. Und wenn es ausgesprochen romantisch war, dann wandert die Hand so mancher Hochzeitsgäste verstohlen in die Tasche, auf der Suche nach einem Taschentuch.


Da macht es schon durchaus Sinn, nicht nur die Hochzeit mit viel Liebe zu planen, sondern auch den Heiratsantrag ein bisschen extravagant zu gestalten. Als Spezialistin dafür preist sich im Internet die Pariser Agentur ApoteoSurprise an. Die Palette reicht von 290 Euro für einen brennenden Brief, der zur roten Rose wird, bis 19.900 Euro für einen Restaurantbesuch inklusive Bentley-Fahrservice und Flugshow mit in den Himmel gezeichnetem Herz. Wer bei seiner Hochzeit aber etwas ganz besonders Besonderes erzählen möchte, kann sich bald für den Heiratsantrag auf den Mond schießen lassen.


Der Spaß kostet 125 Millionen Euro


Während Tesla-Chef Elon Musk davon träumt, den Mars bewohnbar zu machen, backt ApoteoSurprise kleinere Brötchen und begnügt sich mit dem Heiratsantrag bei einem Mondflug. Der Spaß kostet halt die Kleinigkeit von 125 Millionen Euro. Wem die Idee gefällt, der (oder die) kann jetzt schon mal mit dem Sparen beginnen, denn das Angebot gibt es erst ab März 2022, in knapp drei Jahren. Der Partner bzw. die Partnerin ist dann möglicherweise schon wieder ein/e andere/r, aber das macht ja nix. Oder aber der Mondflug rettet die eine oder andere Partnerschaft, denn die Aussicht auf das Abenteuer könnte über so manche voreheliche Streiterei hinwegsehen lassen – jemanden, der einen auf den Mond schießt, verlässt man nicht, wäre ja noch schöner! Auch wird dank ApoteoSurprise die Scheidungsrate unter den heiratswütigen Prominenten sinken: Wer drei Jahre auf den Heiratsantrag warten muss, anstatt einen Monat nach der ersten gemeinsamen Nacht vor den Traualtar zu treten, hat genug Zeit zum Ablegen der rosa Brille und zum Überlegen, ob das mit der Ehe wirklich eine gute Idee ist, egal, wie gut besagte Nacht war. Freilich, für die Scheidungsanwälte ist das keine gute Nachricht.


„Willst du mich heiraten?“ hinter dem Mond


Also gut, künftig schießen wir sie oder ihn also nicht mehr auf den Mond, weil wir explodieren vor Ärger, sondern weil wir einen Heiratsantrag machen – und wir fliegen gleich mit. Die paar Millionen Liter Kerosin wird das Klima schon verkraften.


Mit dem Überraschungseffekt wie bei einem romantischen Abendessen wird es allerdings nichts, denn die Heiratswilligen müssen laut ApoteoSurprise zwölf Wochen Training auf sich nehmen, um den Mondflug antreten zu können. Wer in diesen zwölf Wochen nicht abspringt, meint es garantiert ernst mit der Ehe! Der Flug selber dauert eine Woche. Nach drei Tagen kommen die Verliebten in der Mondumlaufbahn an, und wenn sie über die dunkle Seite des Mondes fliegen (dort also, wo China Anfang Jänner als erste Weltraummacht überhaupt eine Sonde abgesetzt hat), wird für 30 Minuten die gesamte Kommunikation mit der Erde unterbrochen. Das ist dann der Moment schlechthin, um auf die Knie zu gehen – so gut dies die Schwerelosigkeit eben zulässt – und den Verlobungsring aus dem Astronautenanzug zu ziehen. Dann ist es vollbracht, die Story für die Hochzeit steht.


Aber Moment, was, wenn sich da jemand nur den Mondflug spendieren lassen wollte und hinter dem Mond auf die Frage „Willst du mich heiraten?“ ganz kühl „Nein!“ sagt? Dann wird der spektakuläre Erdenaufgang hinter den Mondkratern inklusive viertägigem Rückflug eine unendlich lange Reise, bei der die Kommunikation mit der Erde wohl am besten unterbrochen bliebe.


Nach der Landung wird es heißen: „Geh mir aus den Augen. Ich würde dich am liebsten auf den Mond schießen!“ Nicht notwendig, das habe ich schon erlebt.


Christian Pfeifer


 
 

ApoteoSurprise News is the official press archive of ApoteoSurprise, creator of luxury marriage proposal experiences in Paris.

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