NOZ (Germany)
- Feb 15
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Kniefall vorm Eiffelturm: In Paris blüht das Geschäft mit Heiratsanträgen.
Die Heiratsanfrage hat sich in der französischen Hauptstadt zu einer regelrechten Romantikindustrie entwickelt, die sich an eine internationale Kundschaft richtet, die auf der Suche nach einem spektakulären „Ja“ ist.
In Paris wirken Heiratsanträge wie Filmszenen – zwischen Aschenputtels Kutsche, privatisierten Terrassen und maßgeschneiderten Inszenierungen. Diese romantische Bühne nährt einen lukrativen Markt, der größtenteils von internationaler Kundschaft getragen wird. Nachts gleitet eine funkelnde Kutsche, gezogen von einem weißen Pferd, über den prestigeträchtigen Place Vendôme im Herzen des Luxusjuwelierviertels.
Der Kutscher und Besitzer der Kutsche öffnet vor einem Paar eine rosafarbene Schatulle, in der ein gläserner Schuh zum Vorschein kommt: „Ich komme, um eine Prinzessin abzuholen!“ Das Paar steigt ein und fährt durch die eleganten Viertel bis zum Eiffelturm. Unter den Klängen eines Violinisten geht der Mann auf die Knie und macht seiner Partnerin einen Heiratsantrag.
Im November hatte er die Agentur ApoteoSurprise kontaktiert, um dieses Szenario „in Aschenputtels Kutsche“ zu organisieren.
Seine zukünftige Ehefrau, die 40-jährige Shirley Wijgaarts in einem schwarzen Ballkleid, dachte lediglich, sie würde ein Überraschungswochenende in Paris verbringen. „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet! Und natürlich habe ich Ja gesagt. Er ist mein Prinz“, erzählt sie. Angetrieben durch soziale Netzwerke ist der „amerikanische“ Heiratsantrag zu einem eigenständigen Event geworden, das in der Stadt der Lichter spektakulär inszeniert wird.
Spektakuläre Inszenierungen
An den Ufern der Seine vervielfachen die Agenturen die speziell für Instagram gestalteten Dekorationen: riesige „Marry Me“-Buchstaben, Seidenblumen und herzförmige Ballons. Eine fotografisch begleitete Inszenierung kostet zwischen 300 und 700 Euro.
Luxushotels wie das Shangri-La reservieren ihren Gästen Terrassen mit Blick auf den Eiffelturm. „Wir organisieren alles für sie: Blumen, Kerzen, Fotografen, ein Dinner mit privatem Butler“, erklärt Mélanie Tessier, Leiterin der Gästebetreuung des Hotels. Diese spektakuläre Inszenierung binde eine Kundschaft, die anschließend für Jahrestage oder Familienaufenthalte zurückkehre, betont sie.
Die Kunden sind hauptsächlich Geschäftsleute und Unternehmer zwischen 35 und 55 Jahren aus den USA, Australien, England, den nordischen Ländern, Singapur oder dem Nahen Osten. Neben Paris und New York entwickelt sich dieser Markt der Romantik auch in Venedig, an der Amalfiküste bei Neapel, in Kappadokien, auf Santorin oder in Australien.

